Kunstbuch
Für den pochenden Mut einer künftigen Zeit
Aus dem Vorwort
Karl Amadeus Hartmann fasste nicht zufällig im Jahr 1934/35 den Entschluss, eine Oper über einen Stoff aus dem Dreißigjährigen Krieg zu schreiben. Drohte doch, wie 1618 bis 1648, erneut ein Weltenbrand.
Hartmann bleibt nicht bei der Darstellung vom Leid des Volkes stehen. Am Schluss verjagen aufständische Bauern die „lüderliche“ Soldateska und ihre Herren. Den Rückgriff auf den Bauernkrieg, der ja zeitlich 100 Jahre vor dem Dreißigjährigen Krieg lag, zitiert er als Aufforderung, die uneingelöste historische Aufgabe der Befreiung aus Unterdrückung und Klassenherrschaft endlich anzupacken.
Dass die frühbürgerliche Revolution unvollendet geblieben war, ist Ausgangspunkt dafür, dass die reaktionäre Offensive Deutschland so verheeren konnte.
Das erinnert in historischer Parallelität an die Revolution von 1918, deren Zerschlagung am Anfang einer politischen Entwicklung stand, die dazu führte, dass sich die „Raubtiernatur des Kapitalismus“ in der barbarischen Form des Faschismus entfalten konnte.
Die Fragen, mit denen sich Hartmann beschäftigte, sind höchst aktuell. Die Entfesselung der „langandauernden Feldzüge“ und die damit verbundenen politischen und sozialen Verwüstungen bedrohen die menschliche Zivilisation und zerschmettern die Souveränität der Völker... provozieren aber auch Widerstand gegen Krieg, für den Frieden, für Demokratie, für die Verteidigung der sozialen und politischen Rechte der Völker.
Gotthard Krupp, Berlin, im Oktober 2003
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